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Dienstag, 1. Juni 2010

Berichte einer Kulturfolgerin, Teil V

Wollen wir wieder über die meteorologische Situation des Landes sprechen? Also ich nicht, denn ich bin’s schon zufrieden, wenn’s nicht schneit. Lieber erzähle ich Ihnen was Schönes aus der Welt der Kultur.



Den künstlerischen Augenblick des Monats hat mir Hannes Langeder mit seinem selbstgebastelten Porsche „Ferdinand“ geschenkt. Der ist gülden und perfekt kopiert, statt hunderter PS sitzt aber nur ein Radfahrer drin. Als Langeder damit durch Linz rollte, kam es auf dem Taubenmarkt zu einer kurzen Begegnung mit einem echten, identischen Porsche – beide glitten in Schritttempo, mit großen Augen aneinander vorbei. „Ferdinand“ ist bis 16. Juni im Lentos zu sehen.



Durchwachsen sieht’s in der Linzer Kinolandschaft aus. Zwar konnte das Crossing Europe die BesucherInnenzahlen steigern; Probleme drohen aber bei der weiteren Finanzierung. Dabei ist alleine die Nightline den Besuch wert – auch wenn die versprochene Lydia Lunch dem Eyjafa… äh dem Vulkan zum Opfer fiel. Sorgen macht sich auch Wolfgang Steininger, Kinobetreiber und ungewollt cineastischer Monopolist in Linz. Durch Gesetzesnovellen und die notwendige Digitalisierung bangt Steininger um den Erhalt des City Kinos. Wir bangen mit.
Was war sonst? Die Kunstuni hatte eine schöne Idee für die Einladung zu den Tagen der offenen Tür Kunstuni:





Die KUPF fand für ihren Innovationstopf allerlei pfiffige Ideen zum Thema „Mit Sicherheit“, die dank Subventionen des Landes anständig prämiert wurden. Im Architekturforum afo ist bis September die Ausstellung „Reclaiming Space“ zu sehen, die sich mit der Nutzung von urbanen Leerständen auseinandersetzt. Gelobt werden muss auch die Reihe „Markierungen – Gespräche zur kulturellen Vielfalt“, die ihrem Namen Ehre macht. In Wels schließlich (damit wir nicht nur in Linz kleben) las der Austrofred im MKH und brachte den Menschen Freude.



Gerne würde ich Ihnen jetzt vom Linzfest erzählen, aber dazu müsste ich schwindeln, denn es hat nach Redaktionsschluss stattgefunden. So will ich von meiner großen Vorfreude künden. Abschließend könnte ich noch erwähnen, dass Linz seit einigen Monaten seine erste, monatlich stattfindende Lesebühne namens „Original Linzer Worte“ hat. Ich tu’s aber nicht, denn Schleichwerbung in eigener Sache ist unschicklich.

Samstag, 1. Mai 2010

Berichte einer Kulturfolgerin, Teil IV



Mit in der Printausgabe zensuriertem Schlusssatz:


Hier wird gern mal mit der Witterung begonnen, Sie kennen das ja mittlerweile. Das ist ein sehr konsensorientierter Kolumneneinstieg, wie ich finde, denn der April hat der Hofratswitwe genauso die Frisur zerstört wie der Würschtlverkäuferin. So will ich mit dem Frühlingserwachen beginnen. Es zeigte sich nämlich, dass die Kunst doch für etwas gut ist: Nach dem gleichnamigen Fest von Kunstuni und Landestheater stellte sich tatsächlich der Frühling ein, der sich bis dahin einen Lenz gemacht hatte. Und nebenbei war’s auch noch eine äußerst nette Geselligkeit mit einem feinen Konzertreigen.




Was noch, was noch? Die Bernd-Pfarr-Ausstellung im MKH etwa. Ein großes Plaisir, wenn man beim Kunstkonsum Bauchweh vom Lachen bekommt. Die Folgeausstellung „Inszenierte Fotografie“, bei der die Workshop-Ergebnisse junger FotografInnen präsentiert wurden, siedelte an einem anderen, aber ebenso guten Ende an. Apropos pfiffige Ausstellungen: Die Linzer Biennale Cuvée mit Gegenwartskunst aus 18 verschiedenen Ländern im OK und im Power Tower war eindeutig gelungen. Eine Ausstellung ist noch zu sehen: Das Archiv der Stadt Linz zeigt noch bis 27. Mai „Linz 1984 – 2009. Von der Industriestadt zur Kulturhauptstadt“ im Wissensturm. Schon alleine wegen der Klangwolken-Tiere einen Abstecher wert.




Wenn Sie dies hier lesen, wird das Crossing Europe Filmfestival auch schon wieder vorbei sein. Was bleibt, ist der Wunsch nach einem Budget, das die Verantwortlichen nicht jedes Jahr ans Existenzminimum bringt. Crossing Europe ist eine wahre Zierde für die Stahlstadt.




Sodann möchte ich mit aufgeregter Freude verkünden, dass nicht nur das O-Heim Open Air heuer stattfinden wird (2. und 3. Juli), sondern auch die Goldenen Zitronen ebendort auftreten. Neben allerlei anderen feinen Musik- und Krachproduzenten.

Jetzt bleiben noch zwei Mitteilungen von gelungenen Nachnutzungen: „Golf the House“, Österreichs kniffligster Indoor-Golf-Parcours, bleibt noch mindestens bis Ende Mai im Stadtkeller. Und! Das Sommerkino zieht heuer aufs Dach des OK und nistet sich in den Bauten des Höhenrauschs ein. Das sind alles tadellose Sachen.

Apropos tadellos, nur andersrum: Das drehfaule Linzeraug bekommt jetzt einen Elektroantrieb. Könnte denn da nicht die Stadtwache eingesetzt werden, anstatt Strom zu verschwenden?

Donnerstag, 1. April 2010

Berichte einer Kulturfolgerin, Teil III: Alles bummvoll, aber schön

Der März war von Zweierlei geprägt: von einem herben meteorologischen Rückschlag und von allerlei Literarischem. Über das Wetter haben Sie wohl schon mit ihrer Friseurin gesprochen, meine Meinung mag sie da gar nicht mehr interessieren.
Erzähle ich Ihnen halt was über das geschriebene Wort. Herta Müller war in Linz. Der Redoutensaal war bis auf den letzten Platz voll. Und doch war’s während der im Übrigen sehr packenden Lesung so mucksmäuschenstill, dass kaum einer der 500 anwesenden Menschen es wagte, über das knarzende Parkett zu schleichen; insbesondere nachdem schon zu Beginn die Fotografenmeute (ja, ich gestehe!) die Nobelpreisträgerin aus dem Konzept zu bringen drohte.


Nicht aus dem Konzept bringen ließ sich der freundliche Arno Geiger. Bei seiner Lesung anlässlich der Eröffnung des Herminenhofes in Wels (apropos: Der ist eröffnet!) hätte er sich mehr Ruhe verdient. Ständig wieselte ungeduldiges Volk ein und aus, stets begleitet von fiepsendem Instrumentenklang und dem lauten Geplauder von außen.
Noch etwas zum Thema „bummvoll“? Ja doch: Die Lesung von Waltraud Anna Mitgutsch aus ihrem neuesten Roman im Stifterhaus. Immer wieder bestraft das literarische Leben die zu spät Kommenden. Der erste Abend im neueröffneten Keplersalon war auch mehr als gut besucht. Und das trotz des Themas – den Ausführungen über dunkle Materie konnten bestimmt nicht alle folgen (ja, ich gestehe!); daran änderte auch der unter leichtem Alkoholeinfluss stehende Erklärungsversuch eines Politikers hinten in der Bar nichts (au contraire, wie der Franzos’ da gern sagt).


Noch zu berichten ist von der Präsentation der lustigen Filme des qujochoe-Kollektivs. Im Dezember hatten sie im Linzer Bahnhof pfiffigen Schabernack getrieben. Sind wir schön genug für den schönsten Bahnhof Österreichs? Und was passiert, wenn ich die Gesichtskontrolle nicht bestehe?! Sehen Sie selbst: http://www.qujochoe.org/hub/


Schließlich muss noch über „Golf the House“ im Linzer Stadtkeller gesprochen werden. Die ungewöhnlichste Innengolfanlage Österreichs unter dem Hauptplatz ist unbedingt sehenswert. Und gar nicht so leicht zu absolvieren, wie sogar ein zufällig anwesender Golfprofi befand. Ein schneller Besuch lohnt sich, denn eigentlich hätte „Golf the House“ schon am 31. März wieder ausziehen müssen (http://www.golfthehouse.at/). Was betrüblich wäre.

Montag, 1. März 2010

Berichte einer Kulturfolgerin: Gib den alten Resten der Kulturhauptstadt eine Chance

Eigentlich wollte ich heuer der verblichenen Kulturhauptstadt ja öfter entfliehen. Aber kaum setze ich einen Fuß aus der Stadt, heben Schneestürme oder Verschnupfungen an. So glich es einem schier heroischen Akt, im Februar die Flauschpatschen abzulegen.
Die wären aber kein adäquates Outfit für die Buben von „Element of Crime“ gewesen. War deren Konzert vor vier Jahren krankheitsbedingt eher mau gewesen, brachten die vier Berliner dieses Mal im Posthof viele Menschen zum romantischen Gluchzen. Ihr „Gib’ alten Resten eine Chance“ sangen sie heuer zwar nicht, sie schenken mir mit diesem Song aber ein wunderbares Motto für diese Kolumne.
Die Reste der Kulturhauptstadt lösten nämlich eine Menschenansammlung aus, die es locker mit einem Ikea-Samstag aufnehmen konnte. Halb Linz wühlte sich beim ‚09-Flohmarkt in der Hafenhalle durch die Überbleibsel. Von der Schweinemaske bis zur ganzen Bar, vom ordinären Kaffeehäferl bis zum Bühnenbild von „Maria Stuart“. Die Preise waren zum Teil noch überraschend hoch – wer zahlt denn 15 Euro für eine fast abgelaufene Bierkiste? Insgesamt aber amüsant.
Ein gutes Überbleibsel aus dem Kulturhauptstadtjahr ist auch das Pixelhotel. Das ist zwar nicht billig, aber wann kann man sich schon ein ganzes Hausboot für einen Tag kaufen (darüber demnächst mehr)?
Was gibt’s sonst noch zu berichten? Amüsiert hat das Abschiedsgespräch mit Siegi Janko, dem frisch pensionierten Kulturdirektor der Stadt Linz: „Ich hätte Heller mit faulen Eiern beworfen und sein Büro besetzt“, sagte er auf die Frage, wie die Freie Szene mit dem Intendanten des Kulturhauptstadtjahres seiner Meinung nach hätte verfahren sollen.
Schön war auch der Musentempel der Phoenix-Damen Lisa Fuchs und Judith Richter im Salzstadl. Jede Initiative, den Montag in Linz kulturell aufzuwerten, sei willkommen. Verwaist ist nun der Sonntag im Strom. Nach zweieinhalb Jahren endet „A Love Supreme“. Wo wird denn dann jetzt noch Jazz aufgelegt in dieser Stadt?
Doch ich klage auf hohem Niveau. Der Frühling kommt sicher auch bald, und mit dem kommt die Stadtflucht.

Mittwoch, 4. November 2009

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil XI

Nun müssen wir ernstlich darüber nachdenken, was 2010 mit Linz und uns Eingeborenen passieren wird. Die Leere nach dem Großereignis muss bewältigt werden. Linz’09 scheint den Trauerbedarf erahnt zu haben und bot im November im Ruhepol Centralkino einen Ort für Trauernde an.

Unsere Prophezeiung: Auch jene, die sich schon zum vergangenen Silvester gewünscht hatten, 2009 möge jetzt schon vorbei sein, werden das Fehlen der Kulturhauptstadt verwinden müssen. Denn worüber wollen sie noch schimpfen? Apropos: Worüber wollen Kolumnistinnen noch nörgeln?

Werden wir also dem Stadtalltag weiterhin mit erhöhter Aufmerksamkeit begegnen, werden wir uns bei etwa Menschen, die im Laub wühlen, auch nächstes Jahr fragen, ob das eine künstlerische Intervention sein könnte?


Stichwort Intervention: Die „Kunst Auktion“ der Linzer KunststudentInnen auf dem Hauptplatz nahm in Form eines Insolvenzverkaufs den Ausverkauf des Bildungssystems aufs Korn. So waren Arbeiten von Franz West um ramschige 10 Euro zu haben. Eine witzig umgesetzte Angelegenheit aus traurigem Anlass.


Traurige Anlässe und Kunst im öffentlichen Raum, das führt zur „Bibliothek der geretteten Erinnerungen“ im Wissensturm. Ganz ohne Frage ein wichtiges, gut umgesetztes Projekt. Kritik erhob sich an der Platzierung der Ausstellung von Dokumenten jüdischen Lebens: Zu nüchtern sei das Foyer, das Surren der Getränkeautomaten und die unmittelbare Nähe zu den Toiletten. Der eigene Besuch vermochte das nicht zu widerlegen: Die Hauptausstellung wurde für zwei Tage wegen einer Veranstaltung einfach verräumt.



Was war sonst noch? Walter Kohl schrieb in „SpotsZ“ über die „normative kulturelle Anosmie“. Es stinke hier nicht mehr, dafür sei Linz reizloser geworden. Leiser, sauberer – identitätsloser. Da mag etwas dran sein.


Nun baut Linz’09 ab. Ein Großteil der eigens errichteten Bauten waren temporäre Architektur – der Höhenrausch, das Gelbe Haus, das Baumhaus im Volksgarten (das Linzer Auge kommt wieder – versprochen!). Laut einem Artikel des Architektur-Kritikers Wojciech Czaja war das kein Übel: Vorübergehende Ausnahmezustände im öffentlichen Raum verändern die Wahrnehmung der BewohnerInnen. Auch da ist was dran.

Und jetzt? Seien Sie bereit für die große Flut an Nachrufen!

Sonntag, 4. Oktober 2009

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil X

Man soll ja in Kolumnen die Leute eher mit Meinung als mit Fragen behelligen. Aber bin ich die Einzige, der die Ruhe nach dem Sturm auffällt? Liegt’s am Wetter, an der Kurzsichtigkeit, gar am verschossenen Kultur-Pulver? Soeben hat man ja vn offizieller Seite den Startschuss für den knallbunten Endspurt gegeben, doch zugleich schon allerhand Retrospektives ins Programm genommen.

Vielleicht raubten ja Großereignisse wie Landtagswahlen (nach denen sich mancher gewünscht haben mag, es handle sich nur um eine Kunstaktion) oder der Urfahraner Markt die Aufmerksamkeit. Der güldene Wicht vor dessen Eingang war übrigens die abgewandelte Form jenes Riesenzwerges, der nach Vorstellung des Künstlers Patrick Huber vom Lentos hätte wischerln sollen. So stand er still mit geschlossener Hose neben den Schaumrollenmobilen (der Zwerg, nicht Huber).


Ein letzter Höhepunkt soll die Auseinandersetzung mit dem „Forum Design“ sein. Vor 30 Jahren hatte die Welt Linz als neues Design-Zentrum entdeckt. Die Sache ging bekanntlich spektakulär schief. Bedauerlich ist, dass mit diesem Erbe größtenteils retrospektiv umgegangen wird – bei allem Respekt für die Qualität der lokalen Werkschau.

Stichwort Wahlen – das Ergebnis zeigt, dass folgendes Faktum bei mehr als 15 Prozent der LinzerInnen Unbehagen auslöst: 25 Prozent der LinzerInnen haben nicht Deutsch zur Muttersprache. Das Missfallen in ein Gefühl der Bereicherung umwandeln will die „Bibliothek der 100 Sprachen“. Im Container vor der Volksbibliothek werden Bücher in den Herkunftssprachen gesammelt.


Am Ende noch ein kleiner Pressespiegel. Auf der FM4-Homepage stand ein Appell eines Linzers an die Welt: „Kommt zu uns. Es wird heuer so viel geboten, dass sogar was Gutes dabei ist.“

In der Süddeutschen hat der Journalist Peter Praschl einen langen Artikel über den Besuch in seiner Heimatstadt veröffentlicht. Vor 30 Jahren war er der provinziellen Enge entflohen, heute empfindet er auch eine kurze Rückkehr nach Linz als Mutprobe. „Man könnte ruhig hierbleiben, nichts Böses widerführe einem.“ Gerade das befremdet ihn, zu brav sei alles, auch das Kulturhauptstadtsprogramm. „Den Linzern möchte ich zum Abschluss sagen: Es hat nichts mit euch zu tun. Es ist nichts Persönliches. Nur etwas Persönliches.“ Lesenswerter Artikel, Linz bleibt aber ratlos zurück.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Falsche Zwillinge und Hasen

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil IX

Es gibt ein einziges Wochenende, an dem Linz wirklich cool ist. Wenn während der Ars im Rothen Krebsen oder in der Stadtwerkstatt das Bier mit Akzenten aus vieler HerrInnen Länder bestellt wird, kann die ganzjährige Stadtbewohnerin zufrieden sein und mit Schlafgästen aus dem schicken Barcelona prahlen.

Schon möglich, dass die Ars nicht mehr so avantgarde ist wie früher, aber wer wird im Alter von 30 Jahren nicht milder? Das liegt in der Natur des Menschen wie in der von Festivals. Solange den Beitragenden wie Hiroshi Ishiguro noch so hübsche Dinge wie der „Geminoid“ einfallen, der als täuschend echter Klon seines Erfinders mit dessen Stimme leichtgläubige AEC-Besucher auf den Leim führte, besteht nicht viel Grund zur Schelte. Sehr unterhaltsam auch die Cyberarts-Exponate im OK, etwa der bibelkopierende Kalligraphie-Roboter, der Sessel im Schneesturm aus Styropor („Nemo Observatorium“) oder die Blume Edunia, die mit ihrem Gärtner blutsverwandt ist.


Schelte kann man der visuellen Ausrichtung der „Flut“-Klangwolke nicht ersparen: Geschätzte 84 Prozent der Zuspätkommenden wurden insofern gestraft, als sie die wirklich sehenswerten Tiere eben nicht sahen. Gefühlte 34 Prozent der Klangwolkenbesucher scheinen aber ohnehin nur wegen des Feuerwerks zu kommen...



Apropos zu spät gekommen: Der Donaustrand bei der Eisenbahnbrücke wird nur dann noch seiner Bestimmung gerecht, wenn der Klimawandel sich rasant beschleunigt. Das glücklose Linzer Auge schließlich kam nicht nur zu spät, sondern auch noch kaputt.

Zu spät kommen auch all jene, die sich das gelbe Haus Bellevue noch ansehen wollten. Das ist jetzt weg. Auch der Kranke Hase macht sich auf die Socken, zurück auf den Pöstlingberg. Zuvor weste er in der Stadt un. Besonders witzig waren die Leih-Hasenköpfe und die dazu angebotenen Hasenbanden-Ausflüge, die dem Volk im Bahnhof oder auf dem Domplatz belämmerte Gesichtsausdrücke oder glucksendes Lachen ins Gesicht verursacht haben.
Ähnliches gelang auch dem unaussprechlichen Kunstkombinat „QujOchÖ“ beim Betriebsausflug nach Innsbruck, wo es die Einheimischen durch ihre Andreas-Hofer-Verunglimpfung aus dem Konzept brachte – letztendlich dann doch ohne strafrechtliche Konsequenzen.

Und jetzt? Müssen wir uns anziehen fürs Strawanzen im Oktober.

Dienstag, 1. September 2009

Schmerzliche Enden und einmalige Gelegenheiten

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil VIII


Der gelernte Österreicher weiß um die Ewigkeit von Provisorien. Die strawanzende Linzerin jedoch muss sie bald vermissen: Das gelbe Haus auf der Autobahnüberplattung wird fehlen. Nur noch bis Mitte September, dann ist Schluss. Sehr bedauerlich – selbst wenn sich zu den Gefühlen der Autorin die Erinnerung an das schmachvoll absolvierte Bellevue-Fußballturnier mischt.



Schluss soll nach `09 mit dem Keplersalon sein, doch auch hier pflegt das Publikum zahlreich und eifrig zu erscheinen. Wie bloß bis Jahresende die erforderlichen 300.000 Euro aufstellen?

Fast schon wieder vorbei ist die Pfalz des Kulturhauptstadtteils in Urfahr, Linzens bessere Hälfte. Dort ist man auf die Idee gekommen, den Mangel eines Stadtteilzentrums durch ein charmant-schäbig möbliertes „Begegnungszentrum“ auf dem Steinmetzplatz auszugleichen. Teile dieser Kolumne wurden dort in einer Hängematte zurechtgedacht. Alt-Urfahr-West ist im Übrigen der einzige Stadtteil, der wirklich an der Donau liegt. Das Leben in diesem aufgewerteten Viertel können sich viele Künstler aber kaum noch leisten, seit die Betonierfraktion die einst nur mit knapp vor deren Abrissplänen bewahrten Gebäude für sich entdeckt hat.

Das Beste aber findet nur einmal statt. Barbara Prammers Fallschirmflug gelegentlich des Sonnenbrand-Theaterfestival etwa: Stars, die auf den Boden zurückgekehrt sind. Ebendort ging Frau Nationalratspräsidentin dann – wie alle anderen auch – aufs Dixie-Klo. Politik dieser Art kommt augenscheinlich gut an.

Einzigartig ist ein angemessenes Adjektiv für das Soap&Skin-Konzert im Neuen Dom. Die derzeit äußerst angesagte Prinzessin der Melancholie brachte etliche hundert Menschen dazu, endlich wieder einmal in die Kirche zu gehen und mucksmäuschenstill auf den Büßerbänken auszuharren. Großes Kino aus der Serie „Good Night Stuff“.


Leider auch einmalig bot Clemens Kogler als „Personal Superhero“ seine Rettungsdienste an. Und zwar nicht vor mutierten Killerechsen, sondern vor dem wahren, großen Feind des Menschen: dem Alltagstrott. So brachte er den Müll raus, durchstand öde Meetings und verschoss hunderprozentige Torchancen. Kurz befreite er auch die Autorin dieser Zeilen vom Kreativitätsdruck. Diese Zeilen hat er jedoch nicht geschrieben.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Linz '09: Frisch gestrichen

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil VI

Nein, der Untertitel bezieht sich nicht darauf, dass ein weiteres `09-Projekt gestrichen worden wäre. In der letzten Stunde ist jedenfalls alles nach Plan gelaufen im offiziellen Programm.
Frisch gestrichen ist eine Anspielung auf eine unerwartete Umwegrentabilität der Kulturhauptstadt: Dank der fleißigen Frequentierung des Fleckerltischtuch-Straßenanstrichs vor der Infozentrale haben die Malermeister auf dem Hauptplatz gut zu tun. Kaum sind sie an einem Ende fertig geworden, können sie am anderen schon wieder neu ausmalen. Das ist nicht nur eine Stärkung der Wirtschaft, sondern eine hübsche Metapher für alles Mögliche, etwa das ewige „Under construction“ der Kulturhauptstadt.

Oder von Linz an sich. Einen guten Teil ihrer Konstruktionsgeschichte nimmt die Ausstellung „Stadt im Glück“ im Nordico unter die Lupe. Dort ist unter anderem zu erfahren, warum Linz der sauberste Arsch der Welt wurde, oder wie sich der erste Auftritt der Band „Nirvana“ zugetragen hat. Im Übrigen ein mythisches Konzert, mit dem sich jeder Linzer vor frisch zugezogenen Damen brüstet, das er aber leider wegen ganz unglücklicher Umstände verpasst hat.
Definitiv empfehlenswert ist auch der Höhenrausch. Nicht nur, weil sich von dort oben der beste Blick auf die Brandruine des Ursulinenhofs bietet – auch wenn viele Besucher das als Hauptattraktion behandeln. Die Fahrt mit dem Riesenrad gehört trotz des leichten Rauchgeruchs zu den aktuell romantischsten Zeitvertriebsmöglichkeiten.

Was war sonst noch? Das Linzfest etwa, das wie jedes Jahr ein feines und gelungenes war. Lob für das Programm, Tadel für die Verantwortlichen vom Wetter: Es just beim Kreisky-Konzert regnen zu lassen, ist einer Kulturhauptstadt unwürdig.

Erwähnenswert ist sicher auch das kanariengelbe Haus auf dem Bindermichl-Tunnel, das Autobahn-Anreisende verwirrt. Das „Bellevue“ verspricht einen wunderschönen Ausblick auf die A7. Wem das alleine nicht genügt, der oder die bekommt dazu noch ein frisch gestrichenes Programm. To do!

Montag, 1. Juni 2009

Schluss mit dem Ausnahmezustand

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil V


Ein Dutzend seltsamer Gestalten in Strahlenschutz-Anzügen kriecht auf den Hauptplatz. Verstößt schon wieder böses Gesindel gegen das Vermummungsgebot? Übt da jemand für den Ernstfall? Nein, der ist schon eingetreten: Die „Ausblenden“-Tour von „Social Impact“ führt auf überwachungsfreien Routen durch die Innere Kulturhauptstadt. Was erschreckend schwer geworden ist, denn die Kameraüberwachung ist bald schon lückenlos möglich. Die Teilnehmer sollen dafür unerkennbar bleiben. Umso sichtbarer waren sie in ihrer seltsamen Montur und Fortbewegungsweise für die Linzer im Normalzustand.

Apropos Normalzustand: Den wollte das Festival der Regionen in den als „kulturfern“ geltenden wilden Süden der Stadt bringen. Statt jugendlicher Möchtegern-Gangs machten Interessierte Gassi-Runden mit ortskundigen Hunden. Wer da wen führte, war nicht vorgegeben. Wie immer kommt gerade beim planlosen Flanieren allerlei Nettes zu Tage.

Was nicht unbedingt bei allen der Fall war, deren Wege sich mit der heutigen Kulturhauptstadt kreuzten. Das ist Kern der Ausstellung „Nur durchgereist“ im Stifterhaus. Hier kann man sich über Stefan Zweigs Linz-Provinz-Assoziation oder Thomas Bernhards Diktum „In Linz geboren, allein das ist ein fürchterlicher Gedanke“ echauffieren und sich dann aufmachen, ihn Lügen zu strafen.

Oder ihn zu bestätigen. Das funktioniert nach wie recht gut über all jene Aktionen, die nicht zum offiziellen Linz’09-Programm gehören. Etwa durch den Film „Dobuschido“, in dem das unaussprechliche Kultur-Kollektiv „qujOchÖ“ dem Bürgermeister das Rappen beibringt und dabei den Machern der Kulturhauptstadt einschenkt.

Wer anderen Machern einschenken wollte, wurde auf der „Subversiv Messe“ in der Hafenhalle fündig. Unter dem Deckmantel einer gewöhnlichen Messe wurden hier verschiedenste Technologien und Strategien des intelligenten, gewaltfreien Widerstands präsentiert. Also etwa Tipps zur richtigen, nicht strafbaren Vermummung beim „Basic Rebel Clown Training“.

Reden ist immer besser als Gewalt, liebe Kinder. Als Konsequenz lieh „Der kranke Hase“ auf dem Pfarrplatz drei Tieren eine Stimme. Als Lohn gab es zwar kein Futter, dafür aber Diskussionen über den Sinn des Lebens – mit einem Truthahn. Auch recht.

Samstag, 2. Mai 2009

Kommt da noch was - außer dem Sommer?

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil IV

Am Ende ist er doch noch gekommen, der Frühling. Zum Redaktionsschluss wird es zwar entweder wieder Winter oder gleich Sommer sein, aber für eine Weile hat der Lenz Linz zu einer klimatischen Wohlfühloase gemacht. Wetterexkurs Ende, versprochen.

So konnten wir StadtbenutzerInnen endlich die Stufen des neuen AEC ihrem Zweck als großes Open-Air-Sofa widmen – einer der nettesten Plätze der Stadt. Das mag die ehemaligen AEC-Mitarbeiter trösten, die nun nach ihrer „Freisetzung“ (die Beleuchtung der Hülle ist leider teurer als geplant) viel Tagesfreizeit an der frischen Luft verbringen können.

Ob mit den Frühlingsgefühlen nun auch die Kulturhauptstadteuphorie über uns kommt? Kein Hinweis dafür ist zu verspüren. Eher im Gegenteil. Vereinzelt ist gar schon das böse Wort „Flop“ zu lesen.

Es gilt wohl das gleiche Prinzip wie bei arrangierten Ehen: Man muss versuchen, sich in liebenswürdige kleine Details zu verlieben. Oder ein wenig auf andere zu schielen. So etwa auf das „What you really need“-Festival im Medienkulturhaus Wels (mit Gastspiel in Linz). Fein schon alleine als Location für den Sonntagsbrunch. Positiv auch die Effekte des Projekts „In Situ“: Die Linzer werden im Wortsinn laufend dazu gebracht, sich mit den braunen Flecken der Stadtgeschichte auseinanderzusetzen. Gutes (weil klug Widerständiges) verspricht die Subversivmesse vom 14. bis 17. Mai.

Und sonst? Privattouristen kündigen sich an. Gut, denn bislang hätte die Kulturhauptstadt schon mehr Kulturfolger anlocken können. Mein Besuch wird zwar nicht viel Geld hierlassen, ist aber kulturaffin. Was denn auf dem ’09-Programm stehe? Man habe von einem großen Fest und einem noch größeren Gaukler-Straßenfest gehört, das müsse man sehen. Stimmt schon, sage ich, aber Linzfest und Pflasterspektakel finden ohnehin jedes Jahr statt. Die Klangwolke detto, und auch die Poetry-Slam-Staatsmeisterschaft wäre von ganz alleine in die Stahlstadt gekommen.
Wollen wir es so sehen: Die Kulturhauptstadt motiviert zumindest indirekt.

Mittwoch, 1. April 2009

Urinierende Zwerge und garstige Hitlerbilder

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil III

Endlich werden die Nächte wieder kürzer – und verlockender: Immer schwerer können wir nachtaktiven Kulturkonsumentinnen uns entscheiden, auf welchen Hochzeiten wir abends tanzen wollen. Die Rede ist nicht nur vom offiziellen Linz’09-Programm, sondern vom Kontrastprogramm: OÖN-Lokalgröße Erhard Gstöttner schreibt so euphorisch wie zutreffend, dass mit dem wieder eröffneten Stadtkeller der „Linz0nein“-Szene der „derzeit aufregendste Ort in Linz“ zur Verfügung steht.


Apropos Linz0nein: Wer wissen will, warum heuer doch kein riesiger Zwerg vom Lentos in die Donau uriniert, dem sei das nun im Buchhandel erhältliche inoffizielle Programmbuch mit abgelehnten Projekten für Linz’09 empfohlen. Ein feiner Service für Nahrungssuchende in Krisenzeiten ist das Büffet-Plünder-Blog auf der dazugehörenden Homepage (http://www.linz0nein.org/).

Dass die Arbeit in Sachen Imageverbesserung noch lange nicht getan ist, zeigt eine aktuelle IMAS-Umfrage: Betrübliche 60 Prozent der österreichischen NichtlinzerInnen sind bisher noch unbelastet mit Linz-Kenntnissen.

Apropos Touristen: Am Bahnhof waren irritierte BesucherInnen zu beobachten, für die das Plakat mit „Kulturhauptstadt des Führers“ das erste war, was sie hier von der Kulturhauptstadt wahrnahmen. Nicht wenige glauben an ein Spiel mit der Aufmerksamkeit ausländischer Medien, die prompt und gerne Linz09-Artikel mit Hitler-Bildern würzen. Debatten löste auch die „dekonstruierte“ Fassade des NS-Brückenkopfgebäudes aus. Gut so.

Was abseits davon auffällt: der Supermarkt als Kunstort. Eine Kette beschließt, die akustische Umweltverschmutzung zu beenden und dreht in Linz die Lautsprechermusik ab. Ein Disconter verkauft nicht nur Lederhosen, sondern verschenkt den Eintritt in die Museen. Let's see...

Sonntag, 1. März 2009

Nicht fad, aber ohne faden

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil 2

Trotz neuer, dringend benötigter Sehbehelfe der Strawanzerin bleiben die im Linzer Alltag sichtbaren Symptome der Kulturhauptstadt schwer zu entdecken. Das liegt sicher immer noch am Auge der Betrachterin. Zum anderen wohl auch daran, dass es künftig mehr um die Ohren gehen soll. Linz will Ruhe. Fein.

Als welterste Stadt hat Linz eine Charta herausgebracht, die sich für eine akustische Gestaltung und gegen Zwangsbeschallung richtet. Dem damit verwandten 09-Projekt „Hörstadt“ ist die allerstärkste Nachhaltigkeit zu wünschen.

Geschärft ist also das Auge der Strawanzerin, gespitzt die Ohren der Stadt – und verfeinert der Kunstsinn der Kulturhauptstadtbewohner. Alles könnte plötzlich Kunst sein. In die „Weltrettungs“-Haltestelle auf der Nibelungenbrücke hat jemand eine pfiffige Anfrage an „Herrn Dunkler“ gestellt: „Sind die Eisschollen auf der Donau auch ein Linz09-Projekt?“

Produziert wird wie wild. „Der neue Stahl heißt Kultur“, schreibt Andreas Kump sehr treffend in der Jänner-Ausgabe von „Datum“. Die Auslastung der Inszenierungen ist ansehnlich. Was nicht nur an den beträchtlichen Investitionen, sondern auch an der oft sehr geringen Anzahl an Vorstellungen liegen könnte.

Darüber wird ebenso intensiv diskutiert wie über die Qualität der „Best of Austria“-Ausstellung im Lentos. Eine Diskussion über Linz und Provinz – anscheinend eines von vielen Zielen der Kuratoren.

Angeregt auch die Debatte über die Ortstafeln in allen Schriften der in Linz lebenden Menschen. Die Linzer Freiheitlichen forderten für die „Mehrheitsbevölkerung“ Aufschriften in lateinischer Schrift, da sonst die Verkehrssicherheit leide. „Fällt die Linzer FP ihren Kärntner Gesinnungsgenossen in den Rücken?“ freuten sich die Künstler von „Social Impact“ über den aufgelegten Ball.

Noch ein Diskussionspunkt: der fehlende rote Faden im Programm. Der Journalist Robert Fishman, der soeben für den Deutschlandfunk ein Feature über Linz09 produzierte und viel Erfahrung mit Kulturhauptstädten hat, meint: „Es stimmt, was man sagt: Es fehlt der rote Faden.“ Das müsse nicht schlecht sein. Aber: „Dass vom Programm 2015 noch viel bleibt, also die Nachhaltigkeit, die sehe ich nicht.“

Möge sie sich zumindest beim Ende der Zwangsbeschallung einstellen.

Sonntag, 1. Februar 2009

Linz, du hast unsere Aufmerksamkeit

Strawanzen durch die Kulturhauptstadt, Teil 1 (Kolumne für den Kulturbericht)


Keine Sorge, hier wird nicht schon nach nur einem Monat eine erste Kulturhauptstadtsbilanz gezogen. Es kommt auch keine Perlenkette an Rezessionen, pardon, krisenbedingter Tippfehler: Rezensionen. Es folgt nicht mehr als der Eindruck eines ersten Flanierens durch das neue Linz.
Neues Linz? Gemach. Der Eintritt in die Liga der Kulturhauptstädte hat die Stahlstadt (noch?) nicht grundlegend umgekrempelt. Und doch ist etwas anders. Vielleicht eine der wesentlichen Veränderungen: Linz hat ein Stadtgespräch – sich selbst.

Wohl nicht nur, weil es so kalt ist, findet ein Gutteil des Strawanzens nicht auf der Straße, sondern zwischen Zeilen statt. Da tut sich weit mehr als sonst. Die lokalen Zeitungen könnten ganze Sonderausgaben nur mit Leserbriefen drucken. Tenor gleich von Beginn weg: Die Raketensinfonie zur Eröffnung hat die klangwolkenverwöhnten LinzerInnen unterfordert. Die Konservativen bemängeln den fehlenden Heimatbezug (worin auch immer dieser bestehen mag), die Progressiven die mangelnde Einzigartigkeit.

Eines fällt auf: Noch in der Silvesternacht wird die Innenstadt, durch die soeben noch rund 130.000 Menschen gezogen sind, besenrein dem Neuen Jahr übergeben. Die Stahlstadt putzt sich heraus, will sich besonders sauber zeigen.

Nicht wenige der 130.000 überwinden am 2. Jänner ihre Neujahrsmüdigkeit und stellen sich in einer langen Schlange vor dem wiedereröffneten AEC an. Die Menge der Wartenden wird in den beiden folgenden Tagen nicht kleiner. Nur wenige stört das Warten in der Kälte. „Man wird hier elektronisch zum Narren gehalten“, soll ein älterer Besucher nicht übelmeinend gesagt haben.

Als Stadtgespräch eignen sich auch die Ortstafeln in nichtlateinischer Schrift. „Des is doch a Provokation!“ ist immer wieder zu hören. Gelungen ist eine Provokation, wenn sie in eine Diskussion mündet. Etwa darüber, was eigentlich so provokant an einer Ortstafel in Laotisch vor dem „Anschluss“-Turm ist. Wo doch die arabische noch besser gepasst hätte.


Weniger provoziert als amüsiert nehmen die LinzerInnen die neue vermeintliche Haltestelle auf der Nibelungenbrücke zur Kenntnis. Nicht nur, weil dort schon einige vergebens auf die Ankunft eines Weltrettungsautos gewartet haben sollen…